Das Grasegger Magazin - No.8

in der Früh um 9 Uhr hochkommen, um in der Morgensonne an der Hauswand zu sitzen und die Ruhe zu genießen. „Das ist Luxus oder?“, frag’ ich dann. „Ja, diese Ruhe“, ant- worten sie dann. Viele schätzen das. Außer Gästen betreut ihr Rinder – wie viele verbringen den Sommer hier? 126 hat Hannes heuer gekriegt. Und die kommen alle aus Partenkirchen? Nein, eben ned. Nur der geringste Teil, rund 40 Rinder, kommen aus Partenkirchen. Der Rest der Jungrinder, Ochsen und trächtigen Kühe kommt aus verschiedenen Ortschaften der Region. Zur Sommerfrische sozusagen… Herdendisko! Schießt mir in den Kopf und dann die Frage, ob es zu (g)rasenden Liebes- beziehungen kommt? Muggi lacht und sagt: Na, meisten bleiben die Gruppen aus jedem Dorf unter sich. Mhh, ich verkneife mir jeglichen Zwei- beiner-Vergleich … und stelle mir ab- schließend vor, wie es so ist, nach der Saison ins Tal zurückzukehren. Was ist anders, was wird bewahrt? Überfordert bin ich immer erst mal mit dem Verkehr. Davor graust es mir. Und wenn ich das erste Mal zum Einkaufen gehe, ohne den festen Hütteneinkaufsplan, ist das auch nicht leicht. Aber ansonsten nehmen wir uns Zeit, selbst mal radeln oder an den See zu gehen. Und ich bin im Tal über den Winter zwar Skilehrerin, kann damit mittlerweile aber auch einen Monat später anfangen. Es ist jeder entbehrlich, sag’ ich mir. Auch eine beruhigende Einstellung, sich die eigene Entbehrlichkeit bewusst zu machen. R U H E S I T Z Ob Muggi sagen kann, welches Leben sie we- niger stressig empfindet, oben oder unten? Das kann man nicht gut vergleichen. Aber das hier heroben ist der gesündere Stress, sag’ ich jetzt mal. Da springt Hannes neben uns in den Gulli, setzt die Zange an die Leitung, kurz darauf ein beruhigendes Gurgeln. Wieder etwas geschafft, denke ich und … habe verstanden. // 69 „Wir freuen uns über jeden, der beim Besuch ein bisschen Zeit und Muße mitbringt. Ankommen, schauen – wo semma, was gibts, kriegn wir was … Einfach gemütlich bleiben, das hier ist doch der perfekte Ort dafür.“ Text: Lisa Rühl

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